Altersvorsorge: Warum und wann Sie mit der Vorsorgeplanung beginnen sollten

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Altersvorsorge:
Warum und wann Sie mit der Vorsorgeplanung beginnen sollten

Beim letzten Mal bin ich im Rahmen Ihrer persönlichen Ziele kurz auf die Altersvorsorge eingegangen – und habe angekündigt, dieses Thema nochmals extra zu behandeln. Die Altersvorsorge kann aus verschiedenen Bereichen bestehen. Hierfür gibt es verschiedene Herangehensweisen, die für Ihre persönliche Planung eher unerheblich sind. Hier nur zu Veranschaulichung das 3-Säulen- und das Drei-Schichten-Modell.

Noch kurz zur Erläuterung. Das 3-Säulen-Modell besteht klassisch aus den drei Bereichen Gesetzliche Altersvorsorge, private Altersvorsorge und betriebliche Altersvorsorge. Beim Drei-Schichten-Modell gibt es zum einen die Basisversorgung wie die gesetzliche Rente oder die Rürup-Rente als Leibrente. In die 2. Schicht fallen geförderte, kapitalgedeckte Zusatzversorgungen. Und die dritte und letzte Schicht beinhaltet alle weiteren Versorgungsmöglichkeiten, die nicht gefördert werden.

Private Altersvorsorge

Hier haben Sie die Vorsorgeplanung selbst in der Hand. Sie können hier in geförderte Produkte wie die Riester-Rente investieren, diese wird aber nicht mehr von allen Versicherungen angeboten. Hier sollten Sie bei bestehenden Riester-Renten prüfen lassen, ob sich diese noch rentiert. Bevor Sie neue abschließen, analysieren Sie diese im Vorfeld auf Kosten und Rendite. Oder Sie investieren in Lebens- und Rentenversicherungen, Fonds oder in andere Anlageprodukte.

Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge wie z.B. die Direktversicherung, die Pensionskasse oder Pensionszusage wird von Ihrem Arbeitgeber angeboten. Allerdings sind Sie hier darauf beschränkt, was Ihr Arbeitgeber anbietet und mit welcher Höhe er bezuschusst. Bei einem Arbeitgeberwechsel haben Sie oft das Problem, dass Sie das Vorsorgeprodukte nicht mitnehmen können, da der andere Arbeitgeber z.B. eine andere Möglichkeit anbietet. Nicht alle Angebote Ihrer Arbeitgeber lohnen sich für Sie, auch wenn es so aussieht. Auch hier sollten Sie genau analysieren, was unterm Strich für Sie herauskommt.

Gesetzliche Rentenversicherung

Bei der gesetzlichen Rente hängt die Höhe von mehreren Faktoren ab. Für die Rentenberechnung gibt es die sogenannte „Rentenformel“:

Persönliche Entgeltpunkte (bestehend aus „Entgeltpunkte X Zugangsfaktor) X Rentenartfaktor X aktueller Rentenwert = Monatsrente

Entgeltpunkte: sind abhängig von den individuellen rentenrechtlichen Zeiten, Faktor orientiert sich am Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten (für das Jahr 2022: 38.901 Euro/Jahr = 1,0 Entgeltpunkte)

Zugangsfaktor: hier werden die Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn berücksichtigt

Rentenartfaktor: je nach Rentenart festgelegter Faktor (Altersrente 1,0; Witwenrente 0,25 oder 0,5)

Aktueller Rentenwert: wird jährlich am 1.7. festgelegt, Grundlage für Rentenerhöhung ist die Entwicklung der durchschnittlichen Bruttolöhne

Bsp: Wir haben einen Eckrentner, er verdient ein Durchschnittseinkommen, hat 40 Jahre in Westdeutschland gearbeitet und geht 3 Jahre vorzeitig in Rente. Wie hoch ist seine monatliche Rente?

Zugangsfaktor = 1 – 0,3% x 36 Monate = 0,892

Berechnung: 40 x 0,892 x 1,0 (Altersrente) x 36,02 (West, Stand 1.7.2022) = 1285,19

Gerne können Sie das auch individuell für sich berechnen, hier der direkte Link zur Deutschen Rentenversicherung.

Rentenlücke/Lebensstandardlücke

Laut unserer Berechnung hat der Eckrentner während des Berufslebens durchschnittlich 38.901 Euro / 12 = 3.241, 75 brutto pro Monat verdient und er erhält eine Rente von 1285,19. Natürlich müssen wir noch Faktoren wie Steuern, Abgaben etc berücksichtigt werden, allerdings lässt sich feststellen, dass er auf jeden Fall wenig Rente bekommt. Und diese Lücke die sich zwischen tatsächlicher Rente und gewünschtem Lebensstandard (verglichen mit der Zeit während des Berufslebens) nennt sich dann die Renten-/Versorgungslücke oder auch die Lebensstandardlücke. So wie dem Eckrentner geht es leider vielen Arbeitnehmern. Folgende Grafik verdeutlicht nochmals die Sachlage. Je mehr Sie verdienen, desto weniger deckt die gesetzliche Rente Ihren Lebensstandard im Alter ab. Außerdem ist zu befürchten, dass die gesetzliche Rente zukünftig eher sinkt als steigt.

TIPP vom FINANZ CADDY:

Je jünger Sie sind, desto besser können Sie fürs Alter vorsorgen. Denn wie Sie sehen, reicht die gesetzliche Rente einfach nicht mehr aus, um Ihren Lebensstandard auch im Alter zu decken. Und rechnen Sie doch mal Ihre Rentenlücke aus und beziehen Sie natürlich alles mit ein, was Sie für Ihre Rente ansparen. Dazu zählen natürlich nicht nur die typischen Altersvorsorgeprodukte, sondern auch eine eigene Immobilie oder andere Anlageprodukte.

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